Pauschal 25 €
Anmeldung erforderlich. Findet ab 6 Teilnehmern statt.
Achim von Arnim und Clemens Brentano führen an der Schwelle zum 19. Jahrhundert mit ihrer Anthologie Des Knaben Wunderhorn (3 Bände, 1805-08) eigenständig ein Projekt fort, das ein paar Jahrzehnte zuvor kein Geringerer als Herder auf den Weg gebracht hat. Schon Goethe folgt Herders Aufruf, Volkslieder zur Erneuerung der deutschen Literatur und Fundierung der Kulturnation Deutschland zu sammeln. Die Romantiker widmen dem berühmten Herder-Schüler den ersten Wunderhorn-Band – nicht ohne Hintergedanken: Die selbsternannten Liederbrüder erhoffen sich von ihrem Vorbild ein wohlwollendes Urteil. Nicht weniger kalkuliert bzw. konstruiert ist die Liedersammlung selbst: Arnim und Brentano sammeln, sichten, wählen aus, passen an und dichten hinzu, was als Volkslied gelten soll. Die Inszenierung ist an allen Stellen zu beobachten: in den Titelbildern, im Nachwort und vor allem in den Texten selbst, die Arnim und Brentano – auch hierfür hat Herder die Weichen gestellt – als aufgezeichnetes Liedgut präsentieren. Dass Fakt und Fiktion: Buchstaben und Laute, in ein spannungsvolles Verhältnis geraten, ist dem Wunschrezensenten der beiden Romantiker nicht entgangen: Goethe reagiert zwar wie erhofft, lässt es sich aber nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass das Druckerzeugnis streng genommen auf das Klavier gehöre, dorthin, wo eine Sängerin oder ein Sänger aus dem ‚Lied‘ ein Lied macht.
Die Fortbildung für Lehrkräfte soll durch die gemeinsame Lektüre und Diskussion ausgewählter poetologischer und poetischer Texte sowie einen Besuch der Wunderhorn-Station im Deutschen Romantik-Museum Kompaktwissen zur Poetik und Ästhetik des Volksliedes vermitteln.
Das Fortbildungsangebot ist von der Hessischen Lehrkräfteakademie akkreditiert.
Referent: Dr. Steffen Wallach
Dauer: 3,5 Stunden
Programm
| 14 – 14:30 |
Einführungsreferat Literaturhistorische Einordnung |
| 14:30 – 15:30 |
Theorie und Poetik des Volksliedes und seiner Archive Arnim/Brentano: Zueignung und Volksliederabhandlung, Wh I (Auszüge) |
| 15:30 – 15:40 | PAUSE |
| 15:40 – 16:40 |
Editorisch-dichterische Praxis und Poesie des Volksliedes Textbeispiel: Der Falke, Wh I 63 |
| 16:40 – 17 |
Schlussbetrachtung Goethe: Rezension zum Wunderhorn (Auszüge) |
| 17 – 17:30 | Besuch der Wunderhorn-Station im Deutschen Romantik-Museum |
Kontakt
Babett Frank Dipl. troph.
Anmeldung
Tel.: +49 (0)69 138 80-200
anmeldung (at) freies-deutsches-hochstift.de
Bürozeiten: Montag – Freitag 8 – 13:30 Uhr